Donnerstag, 19. April 2012

Entspannung – oder: Was hat das Michelinmännchen mit Harmonie zu tun?


Ist das schön in einem entspannten Land zu verweilen. Nein, nicht Deutschland! Das versteht sich wohl von selbst. Wir sind hier vieles, aber entspannt sind wir leider wirklich nicht, egal wie viel Yoga, Tai-Chi, linksdrehende Milchkulturen, BuddhaBarMusik, und nach Lavendel riechende Feuchtigkeitsmasken wir konsumieren. Es ist uns nicht vergönnt entspannt zu sein.

In Costa Rica endlich fand ich die wahrhaft entspannten Menschen. Ich habe sie ehrlich gesagt eigentlich in Asien erwartet. Umso überraschter war ich, entspannte Menschen in diesem kleinen katholischen Land zu finden.

Vor unserer Reise hörten und lasen wir, dass die Costa Ricaner sehr nett seien. Ja, nett sind die Thais, die Australier und die Norweger auch. Die Costa Ricaner sind mehr als das. Sie sind entspannt, sie fühlen sich wohl, sowohl in ihrer Haut, als auch in ihrer Umgebung. Sie machen keinen misstrauischen Eindruck, sie versuchen einen nicht zu beeindrucken. Sie sind mit sich in Harmonie.

Die durchschnittliche costaricanische Frau ist zu klein für die großen Organe und die Notreserven, die sie in sich trägt. Sie ist aber allerorts eine stolze Verfechterin der engen Radlerhose und des körpernahmen Tops. Um es bildlich darzustellen: Sie sieht aus wie ein freundliches, dunkelhaariges Michelinmännchen. Die Männer: dito.

Und? Wen kratzt das? In Costa Rica NIEMANDEN! Ist das nicht wunderbar? Sie fühlen sich wohl und automatisch fühlt man sich mit ihnen wohl. Man entspannt endlich den eingezogenen Bauch, achtet nicht mehr wie ein Fuchs darauf, ob die Oberarme nicht zu doll am Körper anliegen und somit unvorteilhaft dick aussehen und schenkt seinen Oberschenkeln mal ein freundliches Lächeln.

Ja, Wohlsein ist ansteckend.


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