Donnerstag, 11. April 2013

Geschichten aus der Agentur - heute: Kinderseelen

 

Diese Woche ist mir eine vorzeitige Kündigung zwischen einem AuPair und einer Gastfamilie ins Büro geflattert, das kommt schon mal vor. 
Ein AuPair-Jahr ist schnell zu Ende, manchmal schneller als gedacht. Dann nämlich, wenn man sich vorzeitig trennt. Eine Kündigung ist eine ziemlich belastende Angelegenheit für die Gasteltern und für das AuPair. Man wohnt zusammen und weiß, dass man sich nicht mehr grün ist.
Oft konzentrieren sich die AuPairs dann auf die zukünftigen Alternativen und die Gasteltern auf die Organisation des Alltags danach.
 
Doch eines darf man nicht vergessen:

Die Kinder!!!

 

Es ist ungemein wichtig, dass man die Situation gut den Kindern erklärt. Das bedeutet nicht, dass man die Wahrheit und nichts als die Wahrheit auftischt. Aber man muss die Kinder darauf vorbereiten. 
Ich habe es damals bei unserem ersten privaten AuPair total unterschätzt. Aber im Laufe der 11 Jahre AuPair-Agentur und der vielen Gastfamilien-Erfahrungen weiß ich: wir müssen immer darauf achten (egal wie unangenehm die Situation ist), dass die AuPairs sich gut und ausreichende von den Kinder verabschieden.  
Die Kinder beziehen das Thema AuPair IMMER auf sich. Sie wissen, egal wie alt sie sind, dass wir ein AuPair nur wegen ihnen aufgenommen haben. Wenn also das Ende ohne Vorwarnung kommt, oder noch schlimmer, das AuPair einfach abhaut ohne sich zu verabschieden, dann belastet das die Kinderseele. Manchmal kommen die Kinder erst viele Jahre später damit raus. 
 

Bitte merken:

Liebe AuPairs, verabschiedet euch liebevoll von den Kindern.

 

Wenn die Kinder euch fragen, warum ihr schon geht und ihr wollt nicht die unangenehmen Wahrheit sagen, dass eure GASTELTERN EUCH gekündigt haben, dann könnt ihr den Kindern sagen: „Frage bitte die Mama, sie kann es Dir besser erklären als ich.“
Wenn IHR kündigt, dann könnt ihr den Kindern sagen, dass ihr nach Hause fahren möchtet, weil ihr so Heimweh habt. Das ist für die Kinder leicht verständlich, denn sie können es sich gut vorstellen. Sie wissen dann, dass es nichts mit ihnen zu tun hat, dass ihr die Familie vorzeitig verlasst. 
Also: Lasst uns die Kinderseelen schonen bei einer vorzeitigen Kündigung.

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