Montag, 17. Juni 2013

LENES PHOTOS - Portrait-Shooting mit einer Spanierin


Maria zu fotografieren ist für mich schon länger ein Wunsch gewesen. Sie selbst sagt von sich, sie sei nicht fotogen und es gab tatsächlich keinen Snapshot, der die echte private Maria gezeigt hätte. Das geht nicht, das ist eine Herausforderung!

Geplant war ein Zeitbudget vom zwei Stunden zum Shooting. Aber wie so oft bei uns selbständig arbeitenden Müttern ist der Terminkalender kurzfristig geändert worden und wir hatten nur noch eine Stunde zur Verfügung. Das mag für den einen oder anderen klingen, wie ausreichend Zeit zum Knipsen haben und dann noch einen netten Espresso trinken können. Aber dem ist nicht so.

Die Person vor der Kamera benötigt an die 15 Minuten, bis sie sich entspannt bei dem Anblick in die Linse und bis sie die Linse als mein drittes Auge akzeptiert. Dann hat man für ca. 20-30 Minuten eine entspannte und konzentrierte Person vor sich, doch nach dieser Zeit bröckelt es schon in der Fassade, denn die Konzentration nagt an den Gesichtsmuskeln. Die Fotoobjekt fängt an maskenartig auszusehen, das Lächeln wirkt schockgefrostet. Normalerweise würde ich zu diesem Zeitpunkt eine kleine Pause machen, etwas zusammen trinken, meinen Hund als Ablenkungsmanöver einsetzten und nach ca. 10 Minuten fortfahren. Das war also nicht möglich und so musste Maria mir quer durch die Grünrabatten folgen und sich auf Befehl entspannen und zwar zack zack.
Ich hatte mit Maria im Voraus besprochen, dass wir ihre Fältchen so gut wie nicht wegretuschieren werden. Denn ich (und Gott sei Dank Maria auch) bin der Meinung, dass eine 40jährige Frau das Recht auf ihre Fältchen hat. Ihr Gesicht hat sie 40 Jahre durch Wind und Wetter begleitet, durch Sonne und Meereswasser, es hat mit ihr gelacht (was Maria viel macht) und mit ihr geweint. Also hat es auch ein Recht darauf diese Erfahrungen zu zeigen.
Ich möchte meine Frauen nicht glattbügeln. Die Fotos sollen ihre natürliche Schönheit hervorbringen, nicht die der derzeitigen Botox- und Collagen-Trends. Bei Männern lasse ich extra alle möglichen Fältchen stehen, denn sie machen sie männlicher und nicht milchiger. Wer will denn schon wie ein Milchbubi aussehen?
 
 
 
Auch wenn Maria in ihrem Alltagsleben effizient und pragmatisch ist, so hat sie doch eine ganz besondere, leicht verschroben romantische Seele. Die wollte ich mit den Kirschbaumfotos und dem weichen Hut hervorbringen.

Maria ist Spanierin, was bei dem folgenden Bild ganz deutlich zu sehen ist. Finde ich.
 


Unsere Hündin kennt Maria, und so hat sich Macao immer wieder ins Bild gedrängt. Kunden, die sie nicht kennt lässt sie links liegen, dann kommt sie nur auf Zuruf – als Ablenkungsmanöver oder als Accessoire.

Ich möchte Leben in meinen Fotos haben, nicht Perfektion, sondern immer einen überraschenden Moment. Zu diesem hat mir im folgenden Foto eine dicke schwere Biene geholfen, die genau an Marias Nase vorbeigefolgen ist.


Nicht um sonst heißt mein Blog „Lenes Close Up“, ich gehe gerne sehr nah dran, will die kleinen Details des Lebens sehen. Das große Ganze interessiert mich weniger. Das ist auch der Grund, warum ich seltener Ganzkörperaufnahmen mache. Aber manchmal erlaube ich mir Ausnahmen ;-)

Ich arbeite bei der Fotografie von Menschen am liebsten nur mit natürlichem Licht. Lediglich bei Hochzeiten oder Events im Innenbereichen, die wirklich dunkel sind und ich nicht genug natürliches Licht in die Kamera bekomme arbeite ich mit Blitz. Jedoch sehr sehr ungern. Künstliches Licht verfälscht den Moment. Darüber hinaus finde ich das Aufstellen von Softboxen oder einem Beautydish in den meisten Fällen zu unpraktisch und vor allem zu auffällig. Ich will kein großes Tamtam um mich machen. Ich will mehr oder weniger unsichtbar in der Menge verschwinden.



Für Fotos, die ich hier bei mir mache und die im Innenbereich stattfinden sollen, gehe ich mit meinen Kunden in das Gartenhaus meines Mannes. Es ist groß und hat eine riesige Glasfläche in den Süden. Das garantiert mir bestes Licht auch bei Bewölkung.

Uwe weiß eigentlich nichts davon, dass ich dort Portrait-Aufnahmen und Engagement-Shootings mache. Gut, hin und wieder vergesse ich einen Reflektor dort, oder das Zurückschieben der Möbel. Aber für gewöhnlich versuche ich meine Spuren zu verwischen. Fazit: Nein, Lene hat kein Fotostudio.
 

Das folgende Bild ist eines meiner Lieblingsbilder, denn es ist humorvoll (Gesichtsausdruck), weiblich (Wallewallemähne) und stark (Körpersprache) gleichzeitig. Es würde als Plakat oder auf Alu-Dibond eine ausgezeichnete Überraschung ergeben in der Gästetoilette in Marias Haus. (Ich verstehe eh nicht, warum die Menschen so selten Bilder in Bädern oder Gästetoiletten haben!)


Die folgenden beiden Bilder habe ich gemacht, weil Maria mal wieder ein neues Profilbild für ihren Facebook-Account braucht. Dringend! Facebook ist eine Plattform, die Authentizität, Lebendigkeit und Offenheit verlangt. Und diese Bilder von Maria bringen das alles mit sich.
Die vielen weißen Pünktchen in der linken Bildhälfte sind Miniblasen, die beim Pusten entstanden sind. Da diese Bilder nicht in den Druck gehen, habe ich die Miniblasen nicht wegretuschiert. Die Arbeit spare ich mir.
Diesen Blick (nächstes Foto) hatte Maria schon als 20jährige drauf (ich habe es in ihrem Album gesehen). Manche Dinge ändern sich nicht.

Danke Dir, Maria, für das erstklassige Shooting. Die 60 Minuten haben wir picke packe voll gemacht.

 
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Diese und andere Fotos von mir könnt ihr auch auf meiner Pinterest-Pinnwand finden und bitte weiterpinnen: http://pinterest.com/lenesart/
 


 
 




 

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